Malteser Suchthilfe Frankfurt

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Malteser OSSIP Psychiatrie Projekt (MOPP)

 

In den letzten Jahren ist im Bereich der Drogenarbeit eine deutliche Zunahme des Anteiles psychiatrisch auffälliger Patienten festzustellen. Eine Begründung hierfür liegt in der Veränderung des Konsummusters der Suchterkrankten: so beginnen Patienten heute i.d. Regel früher mit dem Konsum- und probieren viele verschiedene Substanzen aus - im Sinne eines polytoxikomanen Konsummusters - mit Opiaten, Kokain (insbesondere rauchbar als Crack), Cannabisprodukten und Sedativa und Hypnotika (z.B. als Diazepam), aber auch mit Alkohol.

Der Mischkonsum dieser psychotropen Substanzen kann sowohl zu einem akuten Erkrankungsschub einer bekannten psychischen Krankheit führen oder eine psychische Ersterkrankung auslösen. Für manche Patienten stellt die Drogeneinnahme aber auch den Versuch einer »Selbstmedikation« dar.

Zwei Probleme sind in der Behandlung sog. »komorbider« Patienten evident:

  • diese Patienten erhalten entweder keine Behandlung ihrer Suchterkrankung

oder

  • diese Patienten erhalten eine Behandlung ihrer Abhängigkeitserkrankung, in der Probleme, die durch die psychische Erkrankung hervorgerufen werden, nicht hinlänglich bearbeitet werden.

Die häufigsten psychiatrischen Doppeldiagnosen bei Suchterkrankten sind Depressionen, Schizophrenien und schwere Persönlichkeitsstörungen.

Seit Mitte 2008 können die Malteser Werke gemeinnützige GmbH mit Unterstützung durch das Drogenreferat der Stadt Frankfurt dieser Patientengruppe durch das Angebot einer niedrigschwelligen psychiatrischen Sprechstunde in den Substitutionsambulanzen Schielestraße, FriedA 24 sowie in unserer medizinischen Ambulanz Niddastraße und auf den Straßen des Bahnhofsviertels helfen.

Die Betroffenen sind häufig nicht in der Lage, sich in reguläre psychiatrische Behandlung zu begeben. Somit ist ein niedrigschwelliges Angebot unter Berücksichtigung der bekannten störungs-und persönlichkeitsimmanenten Probleme in der Beziehungsgestaltung, des Einhaltens und Beachtens von Regeln und vorgegebenen Strukturen für das Klientel oft die einzige Möglichkeit, eine adäquate Behandlung zu erhalten.

Die Erreichbarkeit der Patienten wird durch eine enge Kooperation mit den im Bahnhofsviertel vorhandenen Einrichtungen deutlich erhöht. Ohne die Mitwirkung der bei den PatientInnen bekannten Mitarbeiter z.B. der Konsumräume oder der Streetworker von OSSIP und Crack-Street-Projekt kämen viele Kontakte nicht zustande. Die zum Teil langjährig vor Ort tätigen Mitarbeiter gerade von OSSIP und CSP genießen bei den Abhängigen der Bahnhofsszene eine hohe Glaubwürdigkeit und konnten so helfen, die Anfangs vorhandene Scheu vor dem »Nervendoktor« nachhaltig abzubauen.

Wir haben jetzt die Möglichkeit, einerseits schwerst-psychisch kranke Menschen zu erreichen und an das reguläre Hilfesystem anzubinden und bei bereits in der Substitution befindlichen PatientInnen psychiatrische Erkrankungen zu diagnostizieren und möglicherweise adäquat zu behandeln, bevor es zu einer Verschlechterung der Gesamtsituation kommt.

Die psychiatrische Sprechstunde umfasst eine umfassende Diagnostik und Therapie (medikamentöse Therapie, gesprächspsychotherapeutische und verhaltenstherapeutische Angebote, Weitervermittlung in höherschwelligere Einrichtungen). 

Ihre Ansprechpartner:

Dr. Ivan Stojevic
Facharzt für Nervenheilkunde und Psychotherapie

Kontakt über: 069/ 94 21 91 08

Dr. Abdolhamid Zokai
Facharzt für Psychiatrie

Kontakt über: 069/ 48 00 16 57