Malteser Suchthilfe Frankfurt

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OSSiP (ehemals Crack-Street-Projekt)

 

Seit dem 1. September 1997 kooperieren die Malteser Werke mit mehreren Trägern der Drogen-, AIDS- und Jugendhilfe, um der besonders problematischen Gruppe der Crack-Abhängigen helfen zu können. Die jugendlichen, aber auch älteren KonsumentInnen sollen motiviert werden, sich den Angeboten der Drogenhilfeeinrichtungen zu öffnen.

Das multiprofessionelle Team aus Drogenhilfe, Jugendhilfe und Medizin war gemeinsam dreimal die Woche auf der Straße unterwegs. Durch starke Präsenz und unterschiedliche Professionen konnten viele Betroffene erreicht werden - auch diejenigen, die aus dem Hilfsangebot der Drogenhilfeeinrichtungen herausgefallen sind.

Beim CSP handelte es sich somit nicht um ein klassisches Streetwork-Projekt der nachlaufenden Sozialarbeit. Denn erstmals waren hier auch Ärztinnen und Ärzte unterwegs auf der Straße, um den Kontakt zu Schwerstabhängigen zu suchen.

Der Gesundheitszustand von Crack-PatientInnen ist besonders desolat. Der allgemeinmedizinischen Versorgung durch die ÄrztInnen der Malteser Werke kommt hier besondere Bedeutung zu, denn sie erleichtert den persönlichen Zugang zu den Betroffenen. Die Arzttasche signalisiert unbürokratische und sofortige Hilfe, die PatientInnen gewinnen Vertrauen und können so gezielter auf weitere Hilfsangebote aufmerksam gemacht werden.

Durch die Anwesenheit der ÄrtzInnen ist eine erste medizinische Versorgung sofort und ohne jegliche Hürden möglich. Es können offene Wunden, Abszesse, Lungenentzündungen und ähnliche Krankheitsbilder behandelt werden. Dies geschieht im szenenahen Behandlungsraum Niddastr. 49. Auch bei dem Wunsch der oft polytoxikomanen PatientInnen nach Substitution findet eine Weitervermittlung statt.

Das Crack-Street-Projekt ist Mitte 2010 im Rahmen einer intensiven Zusammenarbeit aller Suchthilfeträger in Frankfurt in das Projekt OSSiP (Offensive Sozialarbeit, Sicherheit und Prävention), das von Drogenreferat, Ordnungsamt und Polizeipräsidium der Stadt Frankfurt und den Drogenhilfeeinrichtungen im Bahnhofsviertel initiiert wurde und im Kooperationsverbund durchgeführt wird, übergegangen.

Das Ziel dieser Zusammenarbeit ist es, Störungen und Belästigungen durch Drogenkonsum im öffentlichen Raum zu reduzieren und diejenigen Menschen anzusprechen, die bislang noch nicht durch vorhandene Hilfeangebote erreicht werden konnten. Die Mitarbeiter-Innen in der Suchthilfe werden als Vertrauenspersonen wahrgenommen und nehmen aktiv und gezielt Kontakt mit Drogenabhängigen auf, die im öffentlichen Raum Suchtmittel konsumieren bzw. die sich im Bahnhofsviertel und in der Drogenszene dauerhaft aufhalten.

Das gemeinsame Projekt OSSiP kann Hilfen von akuter Krisenintervention bis zur langfristigen Perspektivplanung leisten.

Jeder Teil von OSSiP überblickt die Bandbreite eines bestimmten Angebotes und kann in dieses vermitteln. So werden beispielsweise Drogenkonsumenten versorgt mit Essen oder Hotelunterbringungen.

Weitere Aufgaben sind Vermittlung in die Einrichtungen der Suchthilfe, in Notschlafstellen, Entgiftungen und Therapieeinrichtungen. Durch die Medizin kann eine Erst- bzw. Notfallversorgung stattfinden bzw. eine Vermittlung in allgemeinmedizinische und fachärztliche Behandlung oder Aufnahme in die Substitutionsbehandlung erfolgen.